Angebot und Rechnung sehen auf den ersten Blick ähnlich aus: Kunde, Positionen, Beträge, Hinweise. Im Ablauf erfüllen sie aber unterschiedliche Aufgaben. Ein Angebot hilft dem Kunden bei der Entscheidung. Eine Rechnung dokumentiert eine fällige Zahlung.
Das Wichtigste kurz:
- Ein Angebot ist unverbindlich bis zur Annahme durch den Kunden — eine Rechnung ist eine Zahlungsaufforderung
- Angebote sollten eine Gültigkeitsdauer enthalten, damit du nicht unbegrenzt an einen Preis gebunden bist
- Beim Umwandeln von Angebot in Rechnung nur dort anpassen, wo sich der Auftrag tatsächlich geändert hat
- Rechnungen müssen 7 Jahre aufbewahrt werden — Angebote empfehlenswert ebenfalls
Ein gutes Angebot verkauft Klarheit. Eine gute Rechnung schafft Verbindlichkeit.
Wann du ein Angebot schreibst
Ein Angebot ist sinnvoll, wenn Leistung, Preis oder Umfang zuerst bestätigt werden sollen. Das gilt besonders bei Dienstleistungen, Projektarbeit und individuellen Aufträgen.
Ein gutes Angebot enthält:
- klare Leistungsbeschreibung
- Preis und mögliche Zusatzkosten
- Gültigkeitsdauer
- Zahlungsbedingungen
- Liefer- oder Leistungszeitraum
- optionale Positionen, falls der Kunde wählen soll
So weiß der Kunde, was beauftragt wird. Gleichzeitig schützt du dich vor späteren Missverständnissen.
Wann aus dem Angebot eine Rechnung wird
Die Rechnung folgt, wenn die Leistung erbracht wurde oder laut Vereinbarung abgerechnet werden darf. Dann sollten die Angebotspositionen nicht neu erfunden werden. Besser ist ein sauberer Übergang: Kunde, Positionen, Beträge und Leistungsbeschreibung werden übernommen und nur dort angepasst, wo sich der Auftrag tatsächlich geändert hat.
Das spart Zeit und macht die Rechnung nachvollziehbar. Wenn der Kunde intern prüft, kann er Angebot und Rechnung leichter vergleichen.
Elektronische Rechnung und PDF
Eine Rechnung kann elektronisch übermittelt werden, etwa per E-Mail, PDF, Web-Download oder anderem zulässigem Format. Voraussetzung ist, dass Echtheit der Herkunft, Unversehrtheit des Inhalts und Lesbarkeit gewährleistet sind.1
Für Unternehmer heißt das: Speichere die endgültige Version, halte Änderungen nachvollziehbar und versende keine unklaren Zwischenstände.
Praktischer Ablauf
| Schritt | Ziel |
|---|---|
| Anfrage erfassen | Bedarf und Kontaktdaten klären |
| Angebot erstellen | Leistung, Preis und Gültigkeit festhalten |
| Auftrag bestätigen | Annahme oder Änderungen dokumentieren |
| Rechnung erstellen | bestätigte Leistung abrechnen |
| Zahlung prüfen | offenen Betrag und Status verfolgen |
Was du aufbewahren solltest
Bei steuerpflichtigen Leistungen muss ein Unternehmen eine Kopie oder Durchschrift der Rechnung sieben Jahre aufbewahren.2 Für elektronische Rechnungen müssen Echtheit, Unversehrtheit und Lesbarkeit über die Aufbewahrungsfrist gewährleistet bleiben.1
Fazit
Angebot und Rechnung gehören zusammen, sollten aber nicht vermischt werden. Das Angebot schafft Erwartungssicherheit vor dem Auftrag. Die Rechnung sorgt nach der Leistung für eine klare Zahlungsgrundlage. Ein System, das aus Angeboten direkt Rechnungen erstellt, reduziert Fehler und macht den gesamten Ablauf ruhiger.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Angebot und Rechnung? Ein Angebot beschreibt eine geplante Leistung und den Preis — es ist kein Zahlungsbeleg und verpflichtet noch nicht zur Zahlung. Eine Rechnung fordert die Zahlung für eine bereits erbrachte oder vertraglich vereinbarte Leistung ein und ist ein Steuerdokument.
Ist ein Angebot rechtlich bindend? Sobald der Kunde ein Angebot annimmt, entsteht ein Vertrag. Du bist dann an den angebotenen Preis und Umfang gebunden — außer du hast eine Gültigkeitsdauer angegeben, nach der das Angebot verfällt.
Muss ich ein Angebot aufbewahren? Gesetzlich vorgeschrieben ist die Aufbewahrung für Rechnungen (7 Jahre). Für Angebote gibt es keine starre Pflicht — aber es ist sinnvoll, sie zusammen mit dem Auftrag und der Rechnung zu archivieren, damit du bei Streitigkeiten die vereinbarte Leistung belegen kannst.
Kann ich aus einem Angebot direkt eine Rechnung machen? Ja. Viele Rechnungsprogramme erlauben die direkte Umwandlung. Dabei werden Positionen, Mengen und Preise übernommen. Passe nur an, was sich tatsächlich geändert hat — Leistungsdatum, ggf. Menge oder Zusatzpositionen.
Was muss ein Angebot enthalten? Es gibt keine gesetzliche Pflichtform für Angebote. Sinnvoll sind: Leistungsbeschreibung, Preis (netto/brutto), Gültigkeitsdauer, Zahlungsbedingungen und Liefer- oder Leistungszeitraum. Je klarer das Angebot, desto weniger Rückfragen.
Wann stellt man eine Rechnung ohne vorheriges Angebot aus? Bei Standardleistungen mit fixem Preis ist ein Angebot oft nicht nötig — du fakturierst direkt nach der Leistung. Bei größeren Projekten, neuen Kunden oder individuellen Leistungsumfängen ist ein Angebot aber empfehlenswert.
Footnotes
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Unternehmensserviceportal, "e-Rechnung", zuletzt aktualisiert am 1. Jänner 2026: https://www.usp.gv.at/themen/steuern-finanzen/umsatzsteuer-ueberblick/weitere-informationen-zur-umsatzsteuer/vorsteuerabzug-und-rechnung/e-rechnung.html ; § 132 Abs 1 HS 1 BAO ↩ ↩2
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Unternehmensserviceportal, "Für den Vorsteuerabzug notwendige Rechnungsmerkmale", zuletzt aktualisiert am 1. Jänner 2026: https://www.usp.gv.at/themen/steuern-finanzen/umsatzsteuer-ueberblick/weitere-informationen-zur-umsatzsteuer/vorsteuerabzug-und-rechnung/fuer-den-vorsteuerabzug-notwendige-rechnungsmerkmale.html ↩

